Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Häusern von 1826 bis 2001 vermessen – ohne Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz (JAZ 2,6–5,4). Das belegbare Argument gegen die pauschale Altbau-Skepsis, das im Kundengespräch wirklich überzeugt.
„Im Altbau lohnt sich eine Wärmepumpe nicht" – das ist der häufigste Einwand im Kundengespräch. Und einer der am besten widerlegten. Wer ihn mit Daten statt mit einem Werbeversprechen entkräftet, gewinnt Vertrauen genau dort, wo andere pauschal beschwichtigen.
Was die Feldstudie zeigt
Das Fraunhofer ISE hat in einem vierjährigen Feldversuch 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen – Baujahre von 1826 bis 2001, also quer durch den Bestand.
3,4
JAZ Luft/Wasser (Ø)
Bandbreite 2,6–5,4
4,3
JAZ Erdwärme (Ø)
im selben Bestand
−64 %
CO₂ ggü. Gasheizung
mit PV bis 62 % Autarkie
Das entscheidende Ergebnis: Es gab keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Ein Haus von 1900 kann effizienter laufen als eines von 1990 – es kommt auf andere Dinge an.
Was wirklich entscheidet
- Vorlauftemperatur: je niedriger, desto effizienter – oft schon durch größere Heizkörper erreichbar.
- Heizflächen: Fußbodenheizung ist ideal, aber viele Bestands-Heizkörper genügen nach Prüfung ebenfalls.
- Wärmebedarf und Dämmung: relevant, aber kein K.-o.-Kriterium – entscheidend ist die richtige Auslegung.
- Planung und hydraulischer Abgleich: hier wird die Effizienz gemacht, nicht am Baujahr.
Wirtschaftlichkeit über die Wärmekosten
Der Kosten-Einwand rechnet fast immer mit dem Strompreis. Entscheidend sind aber die Wärmekosten – und die fallen bei der Wärmepumpe meist niedriger aus als bei Gas oder Öl. Sehen Sie selbst:
805 € / Jahr gespart
Wärmepumpe gegenüber Gas (Beispielwerte)
Beispielrechnung auf Basis von co2online (2025, EFH 130 m²), linear auf die Wohnfläche skaliert. Die realen Kosten hängen von Dämmung, Verbrauch, Vorlauftemperatur und Tarif ab.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beziffert es konkret: Der Wechsel von einer alten Gasheizung zur Wärmepumpe kann in einem Bestandsgebäude der Effizienzklasse E schon im ersten Jahr bis zu 39 % der Betriebskosten einsparen.
Das echte Hindernis heißt Schall und Abstand – nicht Baujahr
Der reale Show-Stopper ist oft nicht die Technik, sondern der Aufstellort: In vielen Bundesländern gilt eine Mindestabstandsregel von drei Metern zur Grundstücksgrenze, und seit dem 1. Januar 2026 gelten für neue BEG-Förderanträge verschärfte Schallanforderungen (10 dB unter den Ökodesign-Grenzwerten statt zuvor 5 dB). Ein Betrieb, der Aufstellort, Abstand und Schall früh klärt, löst das konkreteste Hindernis – noch bevor der Kunde danach fragt.
Nicht das Baujahr entscheidet, sondern Vorlauftemperatur, Heizflächen, Wärmebedarf und Planung. Das ist die stärkere Botschaft, weil sie belegbar ist.
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